Bau-Entstauber sind nicht gleich Bau-Entstauber!

 

Worauf Sie bei der Wahl des Sicherheitssaugers achten sollten


Gefährliche Stäube müssen auch an der Quelle ihrer Entstehung direkt aufgesaugt werden, damit sie nicht in die Umgebung entweichen können. Für diese Aufgaben stehen so genannte Sicherheitsstaubsauger zur Verfügung.

 

Sicherheitsstaubsauger für das Handwerk sind so konzipiert, dass sie kompatibel mit Elektrowerkzeugen sind. Das bedeutet, dass sie direkt an ein Elektrowerkzeug angeschlossen werden können und somit entstehenden Staub am Entstehungsort zuverlässig auch im Dauereinsatz absaugen. Staubsauger für das Handwerk sind besonders robust und erleichtern durch clevere Details das Handling auf Baustellen. So verfügen sie meist über eine Schlauchaufbewahrung im Schlauchdepot.

 

Ihr Weg zum richtigen Bau-Entstauber:

 

Bei der Wahl des richtigen Staubsaugers für Ihren Anwendungsbereich sollten Sie sich mit drei Aspekten auseinandersetzen:

 

1. Einsatzbereich

Wollen Sie den Sauger nur in der Werkstatt einsetzen oder auch auf Baustellen bzw. Montage? Für reine Werkstattsauger sollten Sie ein größeres Modell wählen, damit Sie mehr und gröbere Stäube wegbekommen, ohne ständig den Filter wechseln zu müssen. Dementsprechend sollten Sie für Montage kompakte Geräte wählen, die sich leicht transportieren lassen.

 

2. Staubmenge

Als Faustregel gilt: Je mehr Staub Ihre Arbeiten anfällt, desto größer sollte der Behälter sein. Grobe Tätigkeiten wie Schleifen im Trockenbau verursacht große Staubmengen – wählen Sie deshalb ein größeres Modell.

 

3. Art der Stäube

Kommen wir nun zum wichtigsten Aspekt: Welche Art von Stäuben fallen bei Ihren Arbeiten an? So fallen beim Sägen tendenziell eher Grobstäube, beim Schleifen eher Feinstäube an. Arbeiten Sie im Trockenbau, sollten die Sauger über eine automatische Abreinigung verfügen. Diese besitzen spezielle PET-Filter mit Teflonbeschichtung. Die Saugleistung ist hier gleichbleibend hoch, da der Filter nicht verstopft. In der Werkstatt genügt meist ein Gerät ohne automatische Abreinigung.

 
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L, M oder H? Übersicht über die Staubklassen

 

Vertiefen wir eben genannten Aspekt 3 noch einmal, denn bei der Wahl des richtigen Sicherheitsstaubsaugers kommt es vor allem auf die Staubklasse an. Unterschieden werden die Staubklassen L, M und H.

 

Staubklasse L: Leicht gefährliche Stäube

Sicherheitsstaubsauger der Staubklasse L dürfen nur bei Stäuben eingesetzt werden, die als leicht gefährlich gelten. Dazu zählen Stäube aus Gips, Kalk und Glimmer. Bei diesen Sicherheitssaugern müssen keine Luftgeschwindigkeiten im Sauger gemessen werden und es bestehen keine besonderen Anforderungen an die Filterung oder Entsorgung.

 

Staubklasse M: Mittel gefährlich

Zwar gelten für Sicherheitssauger der Klasse M nicht die höchsten Anforderungen an die Filterung. Dennoch sind eine staubarme Entsorgung, die über einen Entsorgungs- oder Filtersack erfolgen kann, und eine Messung der Luftgeschwindigkeit im Sicherheitsstaubsauger Pflicht. Stäube der Staubklasse M sind aus Kupfer, Mangan oder Holz. Aber auch Stäube von Latex- und Ölfarben, Fliesenkleber und quarzhaltige Materialien wie Sand und Kies gehören dazu.

 

Staubklasse H: Hochgefährliche Feinstäube

Zur Staubklasse H gehören krebserregende Stäube sowie Stäube, die mit Keimen oder Bakterien kontaminiert sind. Typische Vertreter sind Arsen, Blei und Schimmel. Für Sicherheitssauger der Staubklasse H sind die Messung der Luftgeschwindigkeit im Sauger, eine staubfreie Entsorgung über Spezialfiltersäcke und höchste Anforderungen an die Filterung vorgeschrieben.

 

→ Sonderfall Asbest

 

Zur Entfernung von Asbest-Stäuben gibt es eine Sonderanforderung, die über die Staubklasse H hinausgeht: Es dürfen nur baumustergeprüfte Staubsauger nach TRGS 519 Nummer 7.2 Abs. 6 eingesetzt werden. Damit darf nicht jeder Sicherheitssauger für die Staubklasse H auch für Asbest-Reinigungsarbeiten genutzt werden.



Worauf Sie so noch achten sollten:

 

Sauger müssen Grenzwerte einhalten

 

Wie in unserem letzten Beitrag erklärt "Gesundheitsrisiko Staub: Ein Überblick", hat der Gesetzgeber Grenzwerte für Stäube festgelegt: Jeder Stoff hat seinen eigenen Wert. Er wird in Milligramm pro Kubikmeter Luft angegeben. Wir dieser Wert bei 8 Stunden täglicher Arbeit in fünf Tagen der Woche eingehalten, sind keine gesundheitlichen Risiken zu fürchten.

 

 

Für Stäube der Staubklasse H liegt der Grenzwert übrigens bei weniger als 0,1 mg/m³ ist. Geeignete Sicherheitssauger müssen einen Abscheidegrad von 99,995 Prozent aufweisen – also maximal 0,005 Prozent des aufgesaugten Staubs wieder an die Umgebungsluft abgeben. Damit gelten hohe Anforderungen an den Filter.

 

Sauger mit Signalton für Staubklassen M und H

Sicherheitssauger für die Staubklassen M und H müssen zudem über eine Sensorik verfügen, die anzeigt, wenn die Saugleistung nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Dies erfolgt in der Regel über einen Signalton.

 

Schlauchdurchmesser: Saugleistung ist entscheidend

Bei der Wahl des richtigen Sicherheitssaugers ist auch die Absaugleistung entscheidend. Sie ist umso höher, je dicker und kürzer der Schlauch ist. Bei großen Staubmengen wählen Sie bitte einen Schlauch mit größerem Durchmesser, um die schiere Menge zu bewältigen.

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Als Faustformel gilt: Zur Reinigung einer Baustelle sollte der Durchmesser mindestens 35 mm sein. Für den Anschluss an Elektrowerkzeuge reicht ein dünnerer Schlauch.

 

 

 

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