Gesundheitsrisiko Staub: Ein Überblick

Die Arbeit im Handwerk und auf dem Bau verursacht Staub – das ist klar: Beim Abschlagen von Putz, Fräsen, Abschleifen von Decken und Wänden, Mörtel mischen, Schleifen von Parkett, usw. Je nachdem welches Material gerade bearbeitet wird, entstehen dabei ganz unterschiedliche Arten, beispielsweise Holz-, Gips-, Blei- und Faserstäube, aber auch die besonders gefährlichen Quarz- und Asbeststäube.

 

Eingeatmet zur echten Gesundheitsgefahr


Staub kann über die Atemwege aufgenommen werden und je nach Art, Größe der Partikel und Ort der Ablagerung zu schwerwiegenden Reizungen und Erkrankungen der Atemwege, der Haut und Augen führen. So können Bronchitis, Asthma, Emphysem, Lungenfibrose (Silikose durch Quarzstaub und Asbestose durch Asbeststaub), Lungenkrebs (durch Quarz- und Asbeststaub) oder Nasenkrebs (durch Eichen- und Buchenholzstaub) entstehen.

 

Staub ist nicht gleich Staub: Die Staubarten


Der größte Teil des durch Mund und Nase eingeatmeten Staubes wird als
E-Staub (einatembarer Staub) bezeichnet. Partikel mit einem Durchmesser größer als 10 µm bleiben dabei größtenteils an den Nasenhärchen oder den Schleimhäuten des Nasen-Rachenraums hängen.

 

Die kleineren Partikel, mit einem Durchmesser von weniger als 10 µm, werden allerdings fast vollständig eingeatmet und können über die Luftröhre und die Bronchien bis tief in die Lungenbläschen vordringen. Diesen Feinstaub, dessen Partikel kleiner als 2,5 µm sind, bezeichnet man deshalb als lungengängigen (alveolengängiger) Feinstaub oder A-Staub.

 

Das sind die winzigen Staubpartikel, die Sie bei einem bestimmten Lichteinfall in der Luft schweben sehen. Sie werden beim kleinsten Lufthauch aufgewirbelt und sinken gerade einmal einen Meter in sieben Stunden ab. Während dieser Zeit können sie eingeatmet werden.

 

Erkrankungen oft erst spät bemerkt


Einige dieser Stäube, ganz besonders Quarzstäube und Asbestfasern, führen bei langfristiger und häufiger Einwirkung zu einem fortschreitenden Umbau des Lungengewebes. Das ist die so genannte Lungenfibrose. Typische Anzeichen dieser Erkrankung ist eine zunehmende Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung. Besonders tückisch: Die Krankheitssymptome treten meistens erst nach einer jahrelangen beschwerdefreien Zeit auf. Und das kann durchaus auch erst im Rentenalter sein.

 

Im Detail: Quarzstaub


Quarz enthält kristallines Siliciumdioxid. Silicium ist das zweithäufigstes Element auf der Erde. Damit ist Quarzstaub besonders häufig anzutreffen, denn er wird überall freigesetzt, wo Fels, Stein, Sand oder Beton zerkleinert oder bearbeitet wird: im Bergbau, im Tunnelbau (je nach Gesteinsart), bei der Steingewinnung und -verarbeitung, in der keramischen und Glas-Industrie, als Formsande in der Gießereiindustrie, als Füllstoff in der Kunststoffindustrie oder bei Bauarbeiten. Sogar beim Sandstrahlen von Oberflächen kann es – einerseits durch den Quarzsand, der als Schleifmittel eingesetzt wird, andererseits durch den Abrieb von quarzhaltigen Oberflächen – zu Entstehung von Quarzstaub kommen.

 

Arbeitsplatzgrenzwerte für Staub


Für die E- und A-Staubfraktion in der Luft existieren bestimmte Arbeitsplatzgrenzwerte, die in der TRGS 900 veröffentlicht sind. Sie wurden im Jahr 2013 deutlich verschärft. Für den A-Staub gilt ein Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) von 1,25 mg/m³, für den E-Staub liegt der AGW bei 10 mg/m³. Da Quarzstaub nach TRGS 559 als krebserzeugend gilt und wie oben erwähnt fast überall vorkommt, gibt es seit 2015 einen verbindlichen Grenzwert. Dieser liegt bei nur 0,05 mg/m³.

 

Für E-Stäube ist ein Überschreitungsfaktor von 2 festgelegt. Das bedeutet, dass für einen Zeitraum von 15 Minuten in einer Schicht der jeweilige Grenzwert um das bis zu 2-fache überschritten werden darf. Dieser Grenzwert ist dann über die ganze Schicht einzuhalten.

 

Für A-Stäube gilt ein maximaler Überschreitungsfaktor von 8. Das heißt, bei achtfacher Überschreitung von 1,25 mg/m³ viermal pro Schicht über 15 Minuten darf in dieser Schicht keine weitere Exposition mehr erfolgen.



Welche unterschiedlichen Hilfsmittel es gibt, Staub auf Baustellen zu vermeiden und in welche Klassen diese unterschieden werden, erfahren Sie im nächsten Blogbeitrag.

 

 

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